World Handicap System 2021

Jetzt ist es so weit: Ab der kommenden Saison 2021 gilt auch bei uns das neue weltweit einheitliche Handicap System.

Dazu wurden am 22. November alle in Deutschland geführten EGA-Vorgaben in die neuen World Handicap Indizes konvertiert.

Ihren aktuellen Handicap-Index werden Sie in den nächsten Wochen und Monaten auf der Website: www.golf-dgv.de einsehen können. Hierzu erhalten alle Clubs aber nochmals eine Info vom DGV.

Was ist neu?

Handicap Index
Mit dem neuen System gibt es den Handicap-Index. Bei den meisten Spielern unterscheidet sich der neue Handicap-Index von der bisherigen EGA-Vorgabe. Der Handicap-Index wird zukünftig als Mittelwert der besten acht aus den letzten zwanzig Handicap-relevanten Ergebnissen ermittelt. Die durchschnittliche Neuberechnung nach jeder Runde unterstützt die Feststellung der aktuellen Spielstärke. Positive Ausreißer werden relativiert, während negative möglicherweise unberücksichtigt bleiben.

Während die Vorgaben bisher aufgrund von Stableford-Nettopunkten fortgeschrieben worden sind, wird der zukünftige Handicap-Index auf Basis eines Score Differentials nach jeder Runde neu berechnet. Der Score Differential ermöglicht die Vergleichbarkeit der Ergebnisse, die auf unterschiedlichen Plätzen mit unterschiedlichen Schweregraden erspielt wurden und beschreibt den Unterschied zwischen dem gewerteten Ergebnis und dem Course Rating unter Einbeziehung des Slope Ratings.

Beispiel für GC Meerbusch

Herren (gelb):
Bei einem gespielten Ergebnis von 85 Schlägen und der Einbeziehung von Course Rating (CR) 72 und Slope Rating von 131 wäre der erspielte Score Differential 11.2.

Damen (rot)
Bei 85 Schlägen und CR 74,8 und Slope 132 wäre der erspielte Score Differential 8.7

Aus diesen Score Differentials werden die besten acht der letzten zwanzig Handicap-relevanten Ergebnisse bewertet und formen den Durchschnitt, den sogenannten neuen Handicap Index.

Scoring Record
Das Vorgabenstammblatt eines Spielers wurde in ein Handicap History Sheet übertragen. Hier werden alle Ergebnisse dokumentiert, unabhängig davon ob sie in einer Handicap-relevanten Runde erzielt worden sind. Um den Handicap-Index zu ermitteln, werden die letzten 20 Handicap-relevanten Ergebnisse in einem sogenannten Scoring Record aufgeführt. In diesem Kalkulationsblatt wird der Durchschnitt Ihrer besten acht Ergebnisse errechnet. Dort sehen Sie die jeweils letzten zwanzig Ergebnisse in chronologischer Reihenfolge. Sobald ein neues Ergebnis erzielt wird, steht es an erster Stelle im Stammblatt, das bisher 20. Ergebnis wird zum 21. und entfällt.

Das System geht bis zu 4 Jahre zurück um die Ergebnisse zu berücksichtigen. Bei vielen Spielern enthält das Stammblatt derzeit weniger als zwanzig Ergebnisse. In dem Fall werden auch die Handicap-Indizes entsprechend der folgenden Tabelle aus weniger als zwanzig Ergebnissen ermittelt:

Spielformate und Spielsaison
Durch den neuen Handicap-index entfallen damit auch die bisher genutzten Vorgabenklassen mit Pufferzonen und Herauf- und Herabsetzung. Zur neuen Durchschnittsberechnung werden sie nicht mehr benötigt. Da es keine unterschiedlichen Vorgabenklassen mehr geben wird, entfallen auch die Einschränkungen der bisherigen Vorgabenklasse 1. Im World Handicap System können somit auch Spieler mit einem Handicap-Index von 4,4 oder besser Handicap relevante Privatrunden spielen und an 9-Löcher-Turnieren teilnehmen.

EDS-Runden werden zukünftig registrierte Privatrunden heißen.

In Deutschland ist die Spielsaison vom 1. April bis zum 31. Oktober. Innerhalb dieser Saison hat der DGV eine Hauptsaison definieren müssen, die vom 1. Mai bis zum 30. September geht. Für die Hauptsaison gilt als Regel, dass jedes Einzel-Zählspiel Turnier (Zählspiel, Stableford, Maximum Score) Handicap relevant sein muss.

Für jedes Handicap relevante Turnier wird ein Bruttoergebnis eingetragen. Das bedeutet, ein Streichloch gibt es nicht mehr, so dass ein Netto Doppelbogey eingetragen wird und zur Berechnung herangezogen wird.

 

Was bleibt?

Handicapgrenze
Unverändert werden Handicaps auch zukünftig bis zu einem maximalen Handicap von 54 geführt. Sehr wichtig war es außerdem, dass die einzelnen Nationalverbände auch weiterhin entscheiden können, ob der Anstieg eines Handicaps bei einem bestimmten Wert gestoppt werden kann. Dieser Wert wird in Deutschland unverändert bei 26,5 liegen. Oberhalb von 26,5 kann sich ein Golfer nur herabspielen. In diesem Bereich erfolgt keine automatische Heraufsetzung, es sei denn, auf Wunsch des Spielers.

Spielvorgabe
Weiterhin unverändert bleibt die Kalkulation der Handicaps auf Basis des bereits bekannten Course Ratings, also mit Hilfe der Course-Rating- und Slope-Werte. Wie schon bisher gewohnt, wird je nach Abschlag, Handicap und Spieler die individuelle Spielvorgabe ermittelt, die zukünftig nur „Course Handicap“ oder „Playing Handicap“ heißen wird.

Spielformate
9-Loch vorgabenwirksame Formate sind weiterhin möglich. Vorgabenwirksame Runden außerhalb Turniere sind ebenfalls weiterhin möglich. Nur der Name ändert sich von EDS-Runde auf „registrierte Privatrunde“.
Alle bisherigen Einzel Zählspiel Formate (z.B. Zählspiel, Stableford, Maximum Score) wird es weiterhin geben. Wie erwähnt, wird jedoch ein Bruttoergebnis eingetragen zur Berechnung des Score Differentials für die Runde. Aber keine Sorge: Netto Platzierungen wird es selbstverständlich weiterhin geben.

 

Zusätzliche Infos

Neueinsteiger
als Neueinsteiger fängt man wie gewohnt mit einem Handicap-Index von 54 an. Von da an wird herunter gezählt. Eine Runde Golf über neun Löcher, beispielsweise bei Ihrer Platzreifeprüfung, reicht bereits, um erstmals einen Handicap-Index zu bekommen. Um entsprechend gewertet zu werden, muss Ihre Runde mit einem sogenannten Score Differential von 56 oder besser enden. In dem Fall haben Sie dann einen Handicap-Index von 54 (oder besser).

Wiedereinsteiger
Haben Sie weniger als 4 Jahre ausgesetzt und es liegen Ergebnisse vor, werden diese zur Ermittlung herangezogen. Haben sie mehr als 4 Jahre ausgesetzt, wird wie bei Neueinsteigern verfahren. Sie müssen zunächst nur ein Handicap-relevantes Ergebnis erspielen.

Playing Conditions
Die Basis zur Errechnung von Playing- und Course-Handicaps sind neben dem Handicap-Index die Course-Rating-Werte. Sie drücken die Platzschwierigkeit aus. Grundsätzlich geht man von durchschnittlichen Platz und Spielbedingungen aus. Es kann jedoch vorkommen, das der Platz bei den Abschlägen anders gesteckt worden ist, es sehr trocken ist oder das Wetter einen Einfluss auf die Schwierigkeit des Platzes hat. Hier kann es zu einer Course Rating Korrektur kommen. Im Ausland unter Playing Conditions Calculations bekannt. Eine solche Anpassung kann die Werte -1 bis +3 annehmen. Der CR Wert erhöht oder verringert sich. D.h. das man bis zu 3 Schlägen bei sehr schwierigen Bedingungen gut geschrieben bekommen kann. Hinweis: Solch eine Korrektur wird allerdings sehr selten ungleich „0“ sein.

Soft und Hard Caps
Was passiert, wenn ein Spieler über eine längere Zeit solche Ergebnisse spielt, die unter seinem Spielpotential liegen? Das zu schnelle Ansteigen des Handicap-Index wird durch den Low Handicap Index und die Caps verhindert. Weitere Infos finden Sie im Video.

Außergewöhnliches Ergebnis
Von einem außergewöhnlichen Ergebnis sprechen die Handicap-Regeln immer dann, wenn eine Unterspielung um mehr als 7 Schläge vorliegt. Liegt der gespielte Score Differential 7 bis 9 Schläge unter dem Handicap-Index, wird der Handicap-Index neben der normalen Anrechnung des erspielten Ergebnisses zusätzlich um einen weiteren ganzen Schlag reduziert. Bei 10 und mehr Schlägen Unterschied beträgt die Anpassung sogar zwei Schläge.

Und zum Schluss bleibt: Spielen Sie! Haben Sie Spaß! Genießen Sie Ihre Runden! Und erzielen Sie so viele Handicap relevante Ergebnisse wie möglich. Ihr Handicap-Index wird damit ganz automatisch durch die Software für Sie berechnet.

Quelle: DGV

 World Handicap System

 Handicap-Index/Netto-Doppelbogey

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